Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann

CF 127THE FLATLAND COLLECTIVE – Maatjes  (CF 127)
Note: 4

Glissandi von Posaune, Cello und Synthesizer am Anfang, auf die in Medium Rock eine atonale Unisono-Bäserlinie gesetzt wird. Daran schliessen sich ganz andere Teile wie ein Dolphy-nahes Altsaxsolo. Mikrotonalität mischt sich mit Jazz nach Mingus. Der holländische Avantgarde-Jazzer Dijkstra hat sich 2002 in den USA etabliert und hier fünf Exponenten der neuen Chicagoer Avantgarde zusammengeholt, ihrerseits vom europäischen Eklektizismus. Zu seinem facettenreichen Saxophonspiel addiert Dijkstra Jazz der 50er Jahre, Free Jazz und auch Elektronik, und diese beeinflusst wiederum die akustischen Sounds. Speziell ist die Verwendung des Lyricons. Divertimento-artig kombiniert Dijkstra Einflüsse aus der europäischen Free Music, Neuen Musik und pulsierendem Minimalismus Reichs und Rileys mit Ideen amerikanischer Komponisten wie Tenney, stark geprägt von Klangfarben und Geräusch. „Partially Overdone“ ist etwa ein einziger grosser Pedalton, dessen Dramatik allein durch Obertöne, Beimischungen und Lautstärke bestimmt ist. Dosiert auskomponierte Passagen kippen in turbulente Kollektivimprovisationen über, starke Gesten und Grooves interagieren mit Statischem und „nebulösen“ Teilen. Die Solisten haben etwas zu sagen und gehen mit den paradoxen Szenarien sicher, ja resolut um. Und immer wieder, wenn geräuschhaft hart zur Sache gegangen worden ist, kommen in den 10 Stücken Momente, wo sich das Ohr erholen kann. Am Schluss wird noch holländische Folklore mit Sun Ra gekreuzt…

About these ads

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s