Monthly Archives: January 2012

Some nice Carlos Bica & Azul videos to watch

http://www.carlosbica.com/index2.html

At FMM – Festival de Músicas do Mundo, Sines, Portugal.

Jazz Podium review by Thorsten Meyer


Carlos Bica

Rohstoff für Fantasiereisen

„Die Musik gibt den Musiker die Möglichkeit, aus dem Klang als Rohstoff immer etwas Neues zu erschaffen.“ „Obwohl Jimi Hendrix nie Jazz gespielt hat, steckt viel mehr Jazz in seiner Musik als in der vieler Jazzmusiker.“

Kunstvoll gestylte Stilettos zieren die CD von „Matéria-Prima“, dem neuen Projekt von Carlos Bica.

„Als ich auf der Suche nach einem passenden Motiv zu dem Namen des Projektes MATÉRIA-PRIMA war (zu Deutsch: Rohstoff), fiel mir ein Schuh ein. Ein Schuh kann soviel Esprit wie ein Gemälde oder ein Stuhl haben. Diese enge Verbindung zwischen dem Banalen und dem Sublimen gefällt mir auch in der Pop-Art sehr. Die Musik gibt den Musiker die Möglichkeit, aus dem Klang als Rohstoff immer etwas Neues zu erschaffen.“

Seit 1996 tut der portugiesische Kontrabassist und Komponist genau dies in seinen Projekten. Mit dem Trio AZUL spielte er seitdem vier CDs ein, mit der Gruppe DIZ eine, und auch seine Solo-Kontrabass-CD von 2005 zeigte, dass eine neue CD von Carlos Bica auch immer musikalisches Neuland für ihn wie für seine Hörer bedeutete.

Die neue CD stellt nicht nur ein neues Projekt vor, sondern ist auch Bicas erste Live-CD. Mit Ausnahme von einem Stück würde die Musik an zwei Abenden in Lissabon und in Porto aufgenommen.

„Als wir die Konzerte gespielt haben, war uns nur wichtig  an diesen Abenden gute Musik zu machen. Der Gedanke, dass eventuell daraus eine CD entstehen könnte, war sekundär. Eine Live CD zu produzieren hat eine völlig andere Herangehensweise als eine Konzept-CD im Studio einzuspielen. Bei einer Live CD fehlen einem die technischen Möglichkeiten etwas zu verbessern, es können einige Spielfehler entstehen, aber dafür lebt eine Live CD von dem Geist der an diesen Abende und Orte vorhanden war. Die Musiker sind nicht allein, das Publikum “spielt” mit.“

MATÉRIA-PRIMA ist eine weitgehend portugiesische Formation. Mit Joao Paulo ist einmal mehr Bicas langjähriger Mitstreiter am Klavier dabei. Die beiden verbindet eine jahrlange persönliche und kreative Freundschaft. Im vergangenen Jahr nahm Paulo eine Pianosolo-CD mit Bicas Kompositionen auf („White Works“, Universal), die in Portugal zur Jazz-CD des Jahres gewählt wurde.

„Ich kenne ganz wenig Musiker die in dem Jetzt und aus dem Nichts grandiose Musik machen können wie Joao Paulo. Er ist ein unglaublicher Improvisator und ein hervorragender Pianist. Er kann sowohl klassische Musik mit ausgezeichneten Niveau, als auch Volksmusik oder jede Art von improvisierter Musik spielen. Die Genres spielen für ihn keine Rolle, trotzdem bleibt er er selbst und ist sofort zu erkennen.“

Auch den Gitarristen Mário Delgado kennt Carlos Bica seit seiner Jugendzeit. Zur Gitarre hat der Kontrabassist eine weit zurückreichende Affinität.

„Ich bin mit dem Klang der E-Gitarre aufgewachsen, Jimi Hendrix war mein erster Heroe. Obwohl Hendrix nie Jazz gespielt hat, steckt viel mehr Jazz in seiner Musik als in der vieler Jazzmusiker.“

Der junge Schlagzeuger Joäo Lobo rief Bica eines Tages an um eine Stunde bei ihm zu nehmen. Stattdessen haben sie einfach zusammengespielt und Bica war sofort begeistert von seiner Spielweise und musikalischen Reife.

Aus der portugiesischen Phalanx heraus sticht Matthias Schriefl, der einfühlsame Trompetenakzente setzt.

„Ich hörte von ihm das erste Mal als er 2008 in Lissabon mit dem European Movement Jazz Orchestra spielte, und wurde neugierig. Danach hörte ich mir seine Musik bei Myspace an und dachte mir sofort, dass er der richtige Musiker wäre um das “Casting” von MATÉRIA-PRIMA abzuschließen. Ich ging meiner Intuition nach und lud ihn ein mitzuspielen. Erfreulicherweise hatte meine Intuition wieder recht.“

Der Sound einer Band steht für Carlos Bica an erster Stelle. Waren es bei AZUL bisher der Kontrast zwischen Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug und bei DIZ der Zusammenklang der Streicherbesetzung in Kombination mit Gesang, bietet MATÉRIA-PRIMA einen völlig neuen Rahmen für Bicas kompositorische Ideen.

„Musik ist für mich an erste Stelle Klang, wenn ich Musik höre, fällt mir als erstes der Klang, der durch die Instrumenten und Musiker entsteht, ein. Diese Besetzung – Trompete, Flügelhorn, Klavier, Orgel, Akkordeon, E- und Akustik-Gitarre, Kontrabass, Schlagzeug, Perkussion – ist unglaublich vielseitig. Man kann durch die Auswahl der Instrumente sehr unterschiedliche Atmosphären erzeugen und das finde ich sehr spannend. Musik entsteht ja nicht nur durch die Kompositionen. Die Musiker machen erst aus Notenmaterial Musik, und jede neue Konstellation von Musikern erlaubt einer Komposition ein neues Leben zu bekommen. Das ist das schöne an der improvisierte Musik, trotz Komposition gibt es immer noch einen riesigen Raum für den eigenen Ausdruck.“

Deshalb finden sich auf der neuen CD auch Kompositionen, die man schon aus anderen Kontexten kennt, und denen die neue Gruppe neues, anderes Leben einhaucht. Carlos Bica hat mittlerweile sein eigenes Songbook entwickelt (das Ende des Jahres auch in gedruckter Form erscheinen soll) und passt sie an die verschiedenen Besetzungen an. Zwei Fremdkompositionen sind aber auch dabei.

„Ich bin ein Fan der Musik von Mark Ribot, und sein Stück “For Malena” sprach mich an, genauso wie Ry Cooders “Paris Texas”,  das ich bereits vor ein Paar Jahre in der Fassung für Kontrabass Solo aufgenommen habe. Musik hat diese magische Eigenschaft einem zu berühren, egal ob es sich um eine Komposition von einem zeitgenössischen Komponisten handelt oder um ein Volkslied, das seit ein Paar Jahrhunderten existiert. Gute Musik ist zeitlos und wenn sie einen berührt darf man sie auch nehmen und adoptieren.“

Diese Adoption gelingt großartig, und man darf hoffen, dass dieser Rohstoff für ausgedehnte und ereignisreiche Phantasiereisen nicht nur auf CD, sondern auch bald auf deutschen Bühnen zu hören sein wird.

All About Jazz review by Mark Corroto

Side A – A New Margin (CF 235)
It is quite rare to hear multi-reedist Ken Vandermark record or perform with a pianist, the reason being that, back in the day (the early 1990s), his brand of new Chicago jazz was presented much like the hardcore punk scene of the previous decade—out of the back of a van. Like Henry Rollins and Black Flag, Vandermark’s life was one of constant travel, setting up and breaking down, only to move on to the next show.

Needless to say, his nomadic lifestyle was not conducive to trucking a piano around.

One of the few exceptions to the piano rule has been Norwegian Håvard Wiik—one-third of the chamber jazz trio Free Fall with Vandermark and bassist Inbebrigt Håker Flaten and a guest on Vandermark 5’s The Horse Jumps and The Ship Is Gone (Not Two, 2010).

Wiik’s role in Side A, like that in his band Atomic, is to relieve Vandermark of his organizational role—order being a natural habit for a chordal instrument. With the saxophonist and drummer Chad Taylor, Wiik also shares in the songwriting, making A New Margin an invigorating take on the jazz trio.

Freed of the responsibility for song structure, Vandermark can focus on being a soloist. His tenor (and the occasional clarinet) tone is liberated, and sounds quite liberating. With Taylor’s drums chasing Wiik’s hammering piano for the first three minutes of “What Is Is,” the saxophonist marches in response to the call. He sings the songs on this record, balanced and supported by Wiik and Taylor.

This trio also stabilizes this music without a bassist. The dynamic Taylor, best known for his work with the various Chicago Underground bands and the Exploding Star Orchestra, provides a constant energy here, maintaining a noisily free sound on “Fold” or supporting the abstractions of “Arborization” and “Permanent Sleeve (Walking Hand).” The session mixes the outward avant with some swinging bop-centered swing, even delving into {{Phillip Glass}|-like territory on Wiik’s “The Kreuzberg Variations,” building upon a repeating structure, only to be destroyed by entropy—sweet, free jazz entropy.
http://www.allaboutjazz.com/php/article.php?id=41322

Avant Music News review by D. Barbiero

Daniel Levin – Inner Landscape (CF 224)
Inner Landscape is the first solo release from Daniel Levin, a cellist whose work forcefully inhabits the territory between jazz and avant garde art music. The six improvisations collected here, recorded over the course of two sessions in 2009, represent a comprehensive description of the sonic landscape of the contemporary cello.

The six landscapes encompass a broad range of techniques and genre-crossing sounds, creating a complex atmosphere of mixed moods. Landscape 1, for instance, features sound clusters of dissonant tones along with abrupt phrasing and simultaneously struck and plucked notes. The third landscape creates an unstable tension through the judicious use of tritones – this is a landscape viewed from a precarious standpoint. A different kind of tension builds in Landscape 4, with its brusque chords, strings struck with the wood of the bow, and rapid tremolo. Closing out the recording, Landscape 6 moves in and out of a kind of frantic falsetto voice as Levin swoops across the cello’s upper and lower registers.

Inner Landscape is a fine showcase for Levin’s technical and emotional versatility and an important document of adventurous solo string improvisation.
http://avantmusicnews.com/2012/01/27/amn-review-daniel-levin-inner-landscape/

Jazz Magazine review by Franck Bergerot

Jazz Magazine review by Paul Jaillet

Jazz Magazine review by Paul Jaillet