Jazz’n’More review by Jürg Solothurnmann

CF 139TRINITY – Breaking The Mold (CF 139)
Note: 4

Ausbruch aus fixen Formen mit Spielfreude und Witz. Die skandinavische Jazzszene steht bei uns hoch im Kurs, doch meistens wegen den romantisierenden Produktionen, welche das Klischee vom „coolen“ Norden bestätigen. Aehnlich wie etwa Supersilent markiert Trinity aber die eruptiv-intuitive Gegenseite. Bei noch uns ebenso unbekannt, leitet Møster in der Region Oslo eine Reihe von Bands. Er startete als muskulöser Rockbassist bevor er sein Idol Coltrane entdeckte. Beide Seiten inspirieren die eher dichten, kantigen Soundbilder dieses Quartetts, die dann im monumentalen vierten Set auch in kahle weite Traumlandschaften abtauchen. Manche der freien kollektiven Erfindungen erinnern an den späten Coltrane, Ayler und Rashied Ali, manche sind elektronische Musik jenseits von Sun Ra. Der Keyboarder Qvenild (Ex-Jaga Jazzist) benutzt intensiv live-elektronischen Verfremdungen mit Ringmodulator und Pedalen und mischt sich auch mit den ekstatischsten Saxofonsounds, und auch die Kollegen Flaten (Mats Gustafsson, Raoul Björkenheim) und Strønen sind voll dabei. Das Sound- und Energiespiel des Free Jazz ist nicht passé, aber es wird hier relativiert und potenziert mit verschiedenen Zeit- oder Rhythmusebenen. Entweder geht man mit auf die schamanistische Reise – oder man wird abgeworfen.

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